2009 | Umgestaltung der Tulpenallee | Kassel | 2. Preis
Strategie
Seit über 200 Jahren ist im Wesentlichen die jetzige Gestalt des Bergparks und der „landschaftlichen“ Wegeführung der Tulpenallee ablesbar. Seit dieser
Zeit gliedert sich die Straße in ein feinmaschiges Wegenetz ein, das den gesamten Landschaftspark und die angrenzende Wiesenlandschaft umspannt. Nur die
Wilhelmshöher Allee und der Kavaliersweg zur Wache sind besonders betont.
Die Tulpenallee leidet unter ihrer Hybridfunktion, einerseits „Parkstraße“, andererseits den alltäglichen Anforderungen einer Straße gewachsen zu sein.
Das Ergebnis ist ein in Gestaltung und Funktionalität an vielen Stellen uneindeutiger Ort.
Aus unserer Sicht sollten sowohl die Tulpenallee und die sie begleitenden Bauten Teil dieses Gestaltungsprinzips des Landschaftsparks werden. Die gründerzeitliche
Villa mit dem Besucherzentrum und der Kioskpavillon aus den 1950er Jahren werden als Parkarchitekturen aus einer anderen Zeitschicht verstanden.
Dementsprechend gilt es, sie in die Gestaltungsprinzipien des Landschaftsparks einzugliedern. Die Tulpenallee wird in ihren Dimensionen so reduziert, dass sie wieder als ein Teil
des parkinternen Wegenetzes verstanden werden kann. Die Reduzierung der Fahrbahnbreite rückt die Vegetation wieder näher an die Fahrer heran und verlangt die Anpassung der Fahrweise.
Beides ermöglicht die Wahrnehmung der Prinzipien des Landschaftsparks für PKW- Fahrer und Busreisende, die nun auf ihre Weise teilhaben können an den inszenierten Blickbeziehungen
und Szenerien des Landschaftsparks.
| Aufgabe: | Freiraumplanerischer Wettbewerb |
| Leistung: | Einstufiger, begrenzter Wettbewerb |
| Auftraggeber: | Stadt Kassel |
| Projektteam: | foundation 5+ landschaftsarchitekten | B.A.S. Kopperschmidt + Moczala GmbH Architekten und Stadtplaner, Weimar | Ingenieurbüro Kühnert, Verkehrsplaner, Bergkamen |
| Visualisierung: | proforma |