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2002 | Sinnesgarten Wilhelm-Marhauer-Haus | Hannover | Realisierung

Das Blindenzentrum in Hannover-Kirchrode umfasst ein Blindenwohnheim mit 93 Wohnheimplätzen, Werkstätten für blinde Menschen und die Verwaltungssitze des Blindenverbandes Niedersachsen und der Pro SENIS Service GmbH. Die Wohn- und Verwaltungsgebäude gruppieren sich um einen zentralen Gartenbereich mit großer Rasenfläche und ca. 30 Jahre alten Baum- und Strauchbestand. Bezüglich der spezifischen Freiraumansprüche der Nutzer bot der Garten kaum Aufenthaltsqualitäten noch besondere Angebote.

Das Freiraumkonzept übernimmt die Erschließungsstruktur des bestehenden Gartens und ergänzt sie durch Wege in unterschiedlichen Breiten und Materialien. Orientierungshilfen unterschiedlicher Art und Schwierigkeit (Handlauf, Klopfkanten, Oberflächen und Vegetation) werden wieder hergestellt oder hinzugefügt. Das gesamte Areal wird anhand des Pflanzenbestandes und der städtebaulichen Situation in verschiedene prägnante Gartenbereiche unterteilt und weiterentwickelt: es entstehen ein Obstgarten, ein großer Wiesenbereich, ein Schattengarten und entlang des Haupterschließungsweges leicht erreichbare Hoch- und Tastbeete mit duftenden Stauden und Gehölzen. Kleinere Bereiche, sog. Follies, vermitteln akustische und haptische Erlebnisse und ermöglichen ungestörten Rückzug. Der Garten soll den heterogenen Ansprüchen der Bewohnerschaft Rechnung tragen: „Luft schnappen“ soll ebenso möglich sein wie Pflanzenerfahrung und Orientierungs- und Mobilitätstraining.



Aufgabe:Garten für Blinde und Taubblinde
Standort:Hannover
Bearbeitungszeit:2002
Umfang:1 ha
Kosten:220.000 Euro
Auftragsart:Realisierung
Auftraggeber:Pro SENIS gem. GmbH Niedersachsen
Fotos:Herz